Begrüßungsschreiben Pfarrerin Arzberger

„Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“
Was Hermann Hesse in seinem bekannten Gedicht „Stufen“ formuliert, ist für mich gerade Wirklichkeit. Am 1. November beginnt mein Dienst als ge-schäftsführende Pfarrerin der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde, die die Orte Bad Wiessee, Waakirchen, Hauserdörfl und Marienstein um-fasst, mit ihren beiden Kirchen, der Friedenskirche in Bad Wiessee und dem Angerkircherl in Hauserdörfl.
In meiner Jungend lebte ich schon einmal für vier Jahre in Bad Wiessee und kehre nun in meine alte Heimat zurück. Diese hatte ich zum Studium verlas-sen und war danach als Vikarin in Starnberg, als Pfarrerin in Dachau und zu-letzt seit 2001 in München/Nymphenburg an der Stephanuskirche tätig.
Während dieser Zeit habe ich das Tegernseer Tal immer mehr schätzen ge-lernt, denn meine Eltern leben nach wie vor in Bad Wiessee und sind seit vielen Jahren eine gern aufgesuchte Anlaufstelle, um mit meinen beiden Söhnen einen schönen Ausflug zu unternehmen oder auch Ferienzeiten zu genießen.
„Du kannst dein Leben nicht verlängern, noch verbreitern, nur vertiefen.“
Diese Worte von Gorch Fock sind für mich beruflich wie auch persönlich der ‚rote Faden‘ im Leben. Vieles von dem, was ich bisher gemacht habe, steht unter diesem Vorzeichen: neben meiner theologischen Ausbildung waren mir zusätzlich eine Klinikseelsorgeausbildung und meine Ausbildung zur Super-visorin wichtig.
So lebe ich auch mein Christsein und als Pfarrerin schätze ich es, Menschen auf ihrem persönlichen Weg und an Wendepunkten des Lebens begleiten zu können und das Leben in einer Kirchengemeinde zusammen mit den ehren- und hauptamtlich Mitarbeitenden zu gestalten.
Wir stehen als Menschen mit beiden Beinen auf dem Boden dieser Welt und sind doch gleichzeitig mit unserem Kopf in den Himmel ausgespannt. So sind wir befähigt, nach all dem zu suchen und zu fragen, was Glaube, Liebe und Hoffnung in unserem Leben ausmacht, was uns hält und trägt – auch dann, wenn es mal drauf ankommt – und dadurch unser Leben zu vertiefen!
Ich hoffe und wünsche mir, dass der Zauber des Anfangs in eine bleibende Freude am Arbeiten und Leben im Tegernseer Tal übergeht. Ich freue mich auf die Menschen, denen ich begegnen werde, auf die wunderbare Natur und darauf, meinen Teil beizutragen, in der eigenen Kirchengemeinde, zu-sammen mit den Nachbargemeinden, in ökumenischer Verbundenheit und in den gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen vor Ort miteinan-der eine gute Zukunft zu gestalten.


Herzlichst – Sabine Arzberger, Pfarrerin

Foto: U. Löschau „Hallo München“